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Anglersitz & Obertöne – Ein Bericht

Das überrascht selbst alte Chorhasen - Anglersitz & Obertöne. Ein Bericht vom 11.04.24
Am vergangenen Donnerstag war unsere Chorprobe etwas Besonderes. Das lag weniger am Fernbleiben unserer Chorleiterin. Christel hatten wir in den Erholungsurlaub verabschiedet. Zuvor konnte sie für unsere Probe eine Vertretung gewinnen. Und so fand die Probe mit der statt. Neunzig Minuten Training zur Verbesserung unserer Gesangstechnik erwartete uns.
Constanze lernten wir bereits vor zwei Jahren kennen. Damals saßen wir in einem Stuhlkreis um sie herum und bekamen von ihr erste Tipps zur bewussten Wahrnehmung unseres Körpers, besonders unserer Stimmen, sowie des Klanges weiterer verschiedener Natur-Klangkörper mit unserem Körper. Gesungen wurde damals auch und wir versuchten gleich, die neuen Erfahrungen auf unseren Gesang zu übertragen.
Am vergangenen Donnerstag war Constanze also wieder bei uns zu Gast, aber wir saßen nicht in einem Stuhlkreis und auch alles Andere war keine Wiederholung ihres Besuches von vor zwei Jahren. Vorweg: Anfangs war ich skeptisch, aber dann hat mich der Abend sehr überrascht und am Ende hat mir die Stimmbildung mit Constanze sehr gefallen. Als wir uns verabschiedeten, konnte ich feststellen, dass ich gleich den anderen Chormitgliedern sehr zufrieden nach Hause ging.
Bei Constanze saßen wir dieses Mal, wenn wir überhaupt saßen, auf den Stühlen sehr locker in „Anglersitz“-Haltung – entspannt und leicht vorgebeugt. Unser Körper sollte auf diese Weise besonders schwingen können. Und das funktionierte auch mit jeder Übung besser. Beim Singen einer vorgegebenen Tonfolge kam es nicht auf klare Töne an. Vielmehr sollten wir versuchen, die Töne in unserem Körper zu spüren und auf besondere Weise auf unsere eigene Stimme zu hören: Mit den Ohren nach vorn und nach hinten gerichtet unsere Stimme erfassen, sie spüren, uns von außen und innen selbst zu hören.
Auf diese Weise konnten wir in unserem Körper neue Resonanzräume entdecken und nutzen. Das Singen der Tonfolgen konnte einen rauen, schmutzigen, kratzigen Klang in der Stimme haben. Das sollte uns nicht stören. In der Stimme klangen neue Töne mit - Obertöne waren über der eigentlich gesungenen Tonfolge zu hören. Beim Singen vibrierte der ganze Oberkörper bis in den Kopf hinein. Die Tonfolge war bereits verstummt, da spürte ich dieses Gefühl immer noch in meinem Brustkorb. Mich traf das Los und ich sollte diese Übung mal allein versuchen. Meine Obertöne wollen sogar meine zuhörenden Chorfreunde neben mir gehört haben. Toll.
Wir sangen zu Beginn ein Frühlingslied und das gleiche Lied erneut am Ende des Abends. – Welch ein Unterschied: Beim zweiten Mal klang das Lied durch die Unterstützung der von Constanze übernommenen Techniken mit einem vollen Volumen, als wären wir inzwischen zu einem großen Chor angewachsen.
Karsten
PS: Lass‘ auch Du Dich bei uns überraschen! Wir proben Donnerstags ab 19.00 Uhr in der Ratsstube von Rabenau.

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Veröffentlichung

Do, 11. April 2024

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